EHL Büromarktbericht Wien | Frühjahr 2026

Investmentmarkt

Der Start in das Jahr 2026 ist bislang gut verlaufen, der Markt zeigte erste Erholungstendenzen.

Nach einem äußerst starken Schlussquartal 2025 mit einem Transaktionsvolumen von etwa 2 Mrd. Euro war auch in den ersten zwei Monaten des neuen Jahres starkes Investoreninteresse zu verzeichnen. Die nach wie vor schwachen Performance- zahlen der österreichischen Wirtschaft wurden dabei scheinbar ausgeblendet. Die Anfang März ausgebrochene Krise im Na- hen Osten brachte erneut Verunsicherung in den Markt. Dennoch geht die Branche davon aus, dass sich die Auswirkungen auf den europäischen und insbesondere auf den österreichischen Immobilieninvest- mentmarkt in Grenzen halten werden. Allerdings sind in einem global vernetzten Markt Auswirkungen auf den heimischen Markt nicht auszuschließen. In den letzten Monaten haben sehr viele Eigentümer be-

schlossen, sich von der einen oder anderen Immobilie zu trennen oder den Markt zumindest zu testen. Die Vorbereitungen bei den die Verkaufsverfahren begleitenden Dienstleistern laufen auf Hochtouren wie schon viele Jahre nicht mehr. Die Ver- kaufsabsichten ziehen sich quer durch die Branche, beginnend bei Privatinvestoren über Versicherungen, Fonds und öffentliche Institutionen bis hin zu Projektentwicklern. Offen ist, ob das aktuelle Zinsniveau ein weiteres Ansteigen der Transaktionszahlen zulässt und ob die Banken die entspre- chenden Finanzierungen im erforderlichen Ausmaß zur Verfügung stellen werden. Die Insolvenzwelle ist nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer nicht mehr am Wachsen, allerdings wird sie die Markt- entwicklung zumindest noch im ersten

Halbjahr 2026 wesentlich mit beein- flussen. Für viele Investoren ist das aber die Gemengelage, die attraktive Zukäufe auslöst. Zusammengefasst wäre das ein vorsichtig positiver Marktausblick, der jedoch unter dem Vorbehalt steht, dass der Konflikt im Nahen Osten „rasch“ beigelegt werden kann und sich nicht zu stark auf die globalen Kapitalmärkte auswirkt. Da die österreichischen Immobilienrenditen im europäischen Vergleich relativ niedrig bleiben, ist Mietsteigerungspotenzial der wesentliche Treiber für Investitionen. Dies ist nach wie vor besonders stark bei Bestandsimmobilien im Wohnbereich festzustellen, aber auch bei gut gelegenen Gewerbeimmobilien wie Büros oder Hotels. Das schwache Wachstum der österreichischen Wirtschaft kombiniert mit

Spitzenrenditen Büroimmobilien im europäischen Vergleich (in %)

8 %

8,0

6 %

6,5

6,25

5,0

5,0

5,0 4,8

4 %

4,5

4,3 4,25

4,2

4,0

4,0

2 %

0 %

Quelle: EHL Market Research | BNP Paribas Real Estate | Q1 2026

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