Wiener Zinshausmarktbericht 2021

Gründerzeitviertel verfügen zwar meist über einen ganz besonderen Charme, sind aber auch dicht besiedelt und haben nur wenige Grün- räume. In dichtbebauten Gebieten ist es, auf Grund der vielen technischen Einbauten für Gas, Wasser, Fernwärme, Strom etc., oft nicht möglich, Bäume zu pflanzen, auch die U-Bahntrassen erschweren Baumpflanzungen. Aus diesem Grund habe ich das Förderprogramm „Raus aus dem Asphalt“ ins Leben gerufen. Wir versuchen dort, wo Bäume nicht wachsen, in Absprache mit den Bezirken Asphaltflächen aufzubrechen und mit unterschiedlichen Pflanzen-Modulen zu begrünen. So entstehen statt Beton- und Asphaltflächen natürliche, kühlende und auch optisch ansprechende Grünflächen, die die Grätzel bunter machen. In der Operngasse im 4. Bezirk haben wir das bereits umgesetzt. Maßnahmen wie diese fördert die Stadt Wien mit dem neuen, größten Klima-Förderprogramm in der Geschich- te unserer Stadt. Wir investieren 100 Millionen Euro für nachhaltige Klimawandel-Anpassungs- maßnahmen in den Bezirken. Darüber hinaus fördert die Stadt Wien großflä- chige Fassadenbegrünung auf Privatgebäuden, die aus ökologischer Sicht große Vorteile bringt: Sie wirkt kühlend auf die Innenräume, aber auch auf das Mikroklima im Umfeld. Als Stadt gehen wir mit Pilotprojekten bei den Zentralen von Müllabfuhr (MA 48) und Wiener Wasser (MA 31) mit guten Beispiel voran. Das Blütenmeer an der Fassade der 48er ist auch optisch eine große Bereicherung für den Gürtel.

und schauen darauf, dass bei Neubauten die Erdgeschoße attraktiv gestaltet werden. Im Zuge unserer Begrünungsmaßnahmen auf den Plätzen und Straßen schaffen wir kleine Grünoasen, die zum entspannten Verweilen einladen. Das sorgt für Abkühlung und Entspannung bei den Bewoh- nerInnen und für Attraktivierung des gesamten Grätzels. Nachverdichtung kann bekanntlich einen wichti- gen Beitrag zur Schaffung von Wohnraum ohne hohe Infrastrukturkosten und Bodenverbrauch leisten. Sollen die Möglichkeiten ausgeweitet oder auch die bestehenden Möglichkeiten leichter umsetzbar werden? Wir setzen bei der Stadtentwicklung grundsätz- lich auf die Nutzung bereits versiegelter Flächen, der sogenannten brown fields – etwa alter Gewerbe- oder Bahnhofareale wie beim Haupt- bahnhof oder aktuell beim Nordwestbahnhof. Nachverdichtung muss immer behutsam unter Einbindung aller AkteurInnen erfolgen, auf die Interessen der BewohnerInnen muss geachtet werden. Ganz besonders wichtig ist mir jedenfalls in allen Bereichen die Versorgung mit attraktiven Grün- und Freiräumen. Klimaschutz und mehr Grün in der Stadt haben in Ihrem Programm einen besonders hohen Stellenwert. Welche Maßnahmen planen Sie im Bereich des Altbestands und wie sollen diese fi- nanziert werden? Schließlich sind die Mieten in den Zinshäusern ja limitiert und liegen deutlich unter dem Marktniveau.

Preisniveau bei Eigentumswohnungen in Wien (in EUR/m 2 )

6.000

4.500

3.000

1.500

0

Bestand

Erstbezug (aus „Freifinanziertem Wohnbau“)

Quelle: EHL Market Research | Q2 2021

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