Erster Wiener Wohnungsmarktbericht 2026

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Gaswerk Leopoldau / Neu Leopoldau (21. Bezirk) Siemensgründe / Wohnquartier „Am Park“ (21. Bezirk) Ehemalige Siemens-Flächen nahe S-Bahn Siemensstraße; auf einem ca. 8,2-ha-Areal wurden rund 1.280 Wohnungen für ca. 2.500 Menschen errichtet, Herzstück ist ein 1,5-ha-Park.

Die Beispiele verdeutlichen, wie durch innovative Raum-

ordnungskonzepte auf Brownfields flächen- und ressourcenschonend neue Wohnareale geschaffen werden. Dabei entstehen nach- haltige Wohnorte, bei denen eine langfristige Nutzung und höchste (Wohn-)Qualität bereits in der Planungsphase im Mittelpunkt stehen.

Erfolgsfaktoren der Transformation • Großer zentraler Park als identitätsstiftendes Element („Am Park“).

• Starke ÖV-Anbindung (S-Bahn, Straßenbahn, Bus) • Mischnutzung im Quartier: Supermärkte, Dienstleister, Kindergarten

• Feine Parzellierung: mehrere Bauträger → Nutzungsmix + architektonische Vielfalt

Beitrag zur Flächeneffizienz • Ca. 156 Wohnungen/ha → deutlicher Konversionsgewinn gegenüber Gewerbealtbestand • Verdichtung ohne Bodenverbrauch, Nutzung bereits versiegelter Fläche

Das Areal des ehemaligen Gaswerks Leopoldau liegt im nördlichen Stadtgebiet Wiens, im 21. Bezirk Floridsdorf. Das Gebiet ist umgewidmet worden und wird nun für geförderten Wohnbau und gewerbliche Nutzungen verwendet.

Nordbahnhof / Nordbahnviertel (2. Bezirk)

Gaswerk Leopoldau / Neu Leopoldau (21. Bezirk)

Ehemaliger Frachtenbahnhof; auf dem Areal entsteht ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Schulen und großer Grünfläche. Ein 32-ha-Teilbereich wird bis 2026 rund 5.000 Wohnungen und 2.500 Arbeitsplätze umfassen. Erfolgsfaktoren der Transformation • „Freie Mitte“ als großes, zusammenhängendes Natur- und Erholungsgebiet – ein Vorzeigeprojekt urbaner Biodiversität • Vielseitiger Rand: Mischnutzung (Wohnen, Gewerbe, Bildung) • Mobilitätskonzept: starker Fokus auf Fuß-, Rad- und ÖV-Verkehr, geringe Stellplatzrelation • Stadtteilmanagement: aktive Einbindung der Bevölkerung + niedrige Konfliktkultur Beitrag zur Flächeneffizienz • Ca. 150 Wohnungen/ha in den Wohnbauclustern • Hohe Nachverdichtung in innerstädtischer Lage → deutliche Reduktion des Flächendrucks an den Stadträndern • Das Areal liefert allein mehrere Tausend Wohnungen, also einen signifikanter Beitrag zum Wiener Wohnungsneubau.

Klassisches Brownfield: ehemaliges Gaswerk. Auf rund 13,5 ha des insgesamt ca. 42-ha-Gaswerks entstehen ca. 1.255–1.400 Wohnungen, davon rund 1.000 gefördert, plus ca. 70.000 m² Gewerbefläche und viel Freiraum. Erfolgsfaktoren der Transformation • Identitätsstiftende Bestandsgebäude (Hallen, Werkstätten) mit neuer Nutzung (Gewerbe, Kreativwirtschaft) • Durchmischung: Wohnbau + Gewerbe + soziale Einrichtungen • Hoher Freiraumanteil: begrünte Innenhöfe, lokale Plätze, verkehrsberuhigtes Quartier • „Junges Wohnen“ und soziale Durchmischung durch viele geförderte Gemeinschaftskonzepte Beitrag zur Flächeneffizienz • ca. 90–100 Wohnungen/ha → trotz Denkmalschutzstrukturen solide Dichte • Die Sanierung einer stark belasteten Industriebrache verhindert Neuausweisung von Bauland im Umland. • Reaktivierung von großem Flächenpotenzial mit bereits vorhandener Verkehrsanbindung (U1, S-Bahn)

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ufgrund der vorhergehenden Nutzungen dieser Areale ist die Entwicklung solcher Flächen jedoch oft komplex. Häufig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich Altlasten oder verflochtener Eigentumsverhältnisse. Zudem können rechtliche bzw. planerische Unklar- heiten Projekte verzögern und die Kosten erhöhen. Gleichzeitig bietet die Umnutzung von Brownfields erhebliche Chancen, da sie die Schaffung neuer Wohn- und Gewerbezonen in bereits erschlossenen Lagen ermöglicht, innerstädtische Strukturen stärkt, Verkehrs- wege verkürzt und zur ökologischen Sanierung belasteter Standorte beiträgt. Erfolgreiche Beispiele, von revitalisierten Industriearealen in Wien, Graz und Linz bis hin zu kleineren Gewerbebrachen in den Bundesländern, verdeutlichen das Potenzial solcher Projekte für Städte und Gemeinden.

Insgesamt bilden Brownfields in Österreich für Projektentwickler ein strategisch wichtiges Handlungsfeld, um ökonomische Entwicklung, soziale Bedürfnisse und ökologische Ver- antwortung miteinander zu verbinden. Eine konsequente Aktivierung dieser Flächen kann nachhaltig zu einer ressourcenschonenden, lebenswerten und zukunftsfähigen Stadt- entwicklung beitragen.

Wohngebäude Neu Leopoldau

ERSTER WIENER WOHNUNGSMARKTBERICHT 2026

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